Schwerpunktfach Latein

Wenn … 

  • du dich ganz allgemein für Sprachen und dafür, wie sie überhaupt funktionieren, interessierst, 
  • dich die Antike, Mythologie und Geschichte faszinieren, 
  • dich Fragen und Probleme interessieren, mit denen sich die Menschen schon immer auseinandersetzen mussten, 
  • du dir alle Studienrichtungen an allen Hochschulen ohne Zusatzprüfungen offen halten willst, 
  • du dir eine fundierte Allgemeinbildung verschaffen willst, da du dich für viele Wissensgebiete interessierst, 
  • du die Vorteile von Lateinkenntnissen vielleicht auch in einem juristischen oder medizinischen, technischen oder wirtschaftlichen Studium nutzen willst, 

dann … 

ist das Schwerpunktfach Latein das richtige Fach für dich!

 

Die Muttersprache Europas lernen Latein ist in doppeltem Sinne die Muttersprache Europas: zum einen lebt es fort in Töchtern wie Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch; zum anderen wurde uns die ganze Kultur der Griechen und Römer in dieser Sprache weitergegeben. Und weil Latein bis ins 18. Jahrhundert die Sprache der Gebildeten war, gibt es heute kaum eine Wissenschaft, die nicht in lateinischen Texten wurzelt. Latein ist also eine Investition fürs Leben und verbreitert die Grundlagen für jedes Studium. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und Gentechnik könne auf das Erlernen einer «toten» Fremdsprache verzichtet werden, ist das Latein nach wie vor ein grundlegender Bestandteil einer breiten Allgemeinbildung und vor allem – je nach gewählter Richtung – eine notwendige Voraussetzung für das spätere Studium. Der Lateinunterricht erschliesst das riesige Feld lateinischer Texte von 200 v. Chr. bis in unsere Zeit. Nicht nur Julius Caesar oder Kaiser Nero sprachen und schrieben lateinisch. Auch der Bundesbrief von 1291 sowie die Urkunden mit den ersten Erwähnungen vieler Dörfer unserer Gegend sind in dieser Sprache abgefasst.

Martin Luther schrieb Latein, der Bericht über die Entdeckung Amerikas wurde in lateinischer Sprache verbreitet und bis heute werden die wichtigen Dokumente des Vatikans in dieser Sprache verfasst. «Ein Schlüsselerlebnis», schreibt eine Gymnasiastin auf die Frage nach ihrer Meinung über das Latein, «war letzthin, als ich bei der Besichtigung eines Schlosses die Inschrift auf einem Grabstein mühelos entzifferte.» 

Das Übersetzen aus dem Latein verbessert die schriftliche Beherrschung des Deutschen wie kein anderes Fach. Manche Maturandinnen und Maturanden schätzen rückblickend vor allem dies am Lateinunterricht: «Ich lernte, einen Text gut anzuschauen, mich darin zu vertiefen, Sachen, die nicht sofort klar sind, nochmals anzuschauen und verschiedene Möglichkeiten zu probieren» oder «Ich wurde sorgfältiger im Umgang mit Sprache, auch in Deutsch.»

Für verschiedene sprach- und geisteswissenschaftliche sowie für theologische Studien verlangen Schweizer Universitäten nach wie vor Lateinkenntnisse. Wer keine mitbringt, muss sie sich beschaffen. Die Bestimmungen sind allerdings uneinheitlich: Das Internet gibt etwa unter dem Stichwort «Lateinobligatorium an Schweizer Universitäten» aktuelle Auskunft. 

Die Wahl des Schwerpunktfachs Latein setzt den Besuch des Lateinunterrichts an der Sekundarschule (zwei Jahreskurse) oder am Untergymnasiums voraus.